Erfolgreicher Ringversuch im Rahmen des Regionallabornetzwerks
Bei der Bewältigung von Ereignissen mit biologischen Agenzien kommt dem raschen Nachweis von Erregern eine zentrale Bedeutung zu. Für die Primärdiagnostik von pathogenen Erregern der Risikogruppe 3 mit Potential für bioterroristischen Missbrauch steht in der Schweiz ein so genanntes Regionallabornetzwerk zur Verfügung. Das LABOR SPIEZ ist Teil dieses Netzwerks.
Ende 2008 hat das LABOR SPIEZ an einem Ringversuch zum Nachweis von Pest teilgenommen, der vom nationalen Referenzzentrum für Anthrax (NANT) organisiert wurde. Dabei hat das LABOR SPIEZ die sechs wässrigen Probelösungen mit molekularen und immunologischen Methoden richtig analysiert: drei Proben enthielten keine Erreger, zwei Proben waren positiv für Pest (Yersinia pestis, keine Lebendorganismen) und in einer Probe wurde ein naher Verwandter des Pest-Erregers, Yersinia pseudotuberculosis, gefunden.
Im Regionallabornetz sind sechs Regionallabors (RL) vertreten: RL Ost (ZH), RL Nord (BS), RL West (GE+VD), RL Süd (TI), RL Zentrum Ost (LU) und RL Zentrum West (BE). Verantwortlich für das RL Zentrum West ist das Kantonale Laboratorium Bern. Dieses hat die Laboranalytik im Auftragsverhältnis an das LABOR SPIEZ delegiert.
Mit dem Sicherheitslabor SiLab in Spiez wird das LABOR SPIEZ im Regionallabornetz weitere Dienstleistungen anbieten können: auch für Erreger der höchsten Risikogruppe 4 können dann eine Primärdiagnostik sowie Bestätigungs- und Referenzanalysen angeboten werden.